Eine Sibo steht für Small Intestinal Bacterial Overgrowth, eben einer Überwucherung der Bakterien aus dem Dickdarm, die in den Dünndarm gelangen. Sie galt vor einigen Jahren noch als extrem selten. Inzwischen ist das RDS (Reiz-Darm-Syndrom) bei annähernd 15 % der Bevölkerung gegeben und ein Teil davon hat sich zur Sibo weiterentwickelt.
Die Betroffenen sind oft sehr verzweifelt, denn zur Behandlung einer Sibo gibt es bisher keine Leitlinien in der Schulmedizin, lediglich vage Behandlungsempfehlungen. Grund genug genauer hinzuschauen.
Wie äußert sich eine Sibo?
Die Symptome sind sehr vielfältig, was eine Diagnose erschwert. Hier eine Auflistung der häufigsten Beschwerden:
- Oberbauch Meteorismus (Kollern und Gluckern im oberen Bauchabschnitt)
Häufig nach dem Essen bis zu 1,5 Stunden danach. Oft werden einfache Kohlenhydrate (bes. gesüßte Mehlspeisen) nicht vertragen - Bauchschmerzen – Druck im Oberbauch
mit Kolik artigen Schmerzen evtl. mit Herzstolpern und Atemnot - Stuhlentleerungsstörungen
meist Durchfall, aber auch Verstopfung ist möglich - Übelkeit
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit / Konzentrationsstörungen
- Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Die Symptome können einzeln aber auch im Zusammenspiel auftreten. Die Ausprägung ist individuell verschieden.
Wie kann eine Sibo festgestellt werden?
Ein Atemgastest mit Laktulose gibt Aufschluß über einen evtl. bestehende Aufwucherung der Dünndarmflora.
Die Probenentnahme dauert ca. 3 Stunden und kann in meiner Praxis durchgeführt werden. Innerhalb von 8-10 Tagen liegt das Ergebnis aus dem Labor dann vor.
Wie kommt es zu einer Sibo?
Die Verschiebung des Dünndarmmilieus kann wieder viele Ursachen haben.
- Gestörter Schluß der Bauhinklappe (Übergang von Dünndarm zu Dickdarm)
nach Antibiosen oder Bauchoperationen. - Bewegungsstörungen im Dünndarm
Auslöser können Streß, Abführmittelmissbrauch, Reizdarmsyndrom, Medikamenten-Nebenwirkungen sein. - Gestörte Aufspaltung der Nahrung
durch Entzündungen oder zu wenig Säure im Magen, Einnahme von ProtonenPumpenHemmern (z.B. Pantoprazol), Störungen der Bauchspeicheldrüse oder des Galleabflusses. - Gestörte Aufnahme der Nahrung durch Entzündungen
wegen Veränderungen der Schleimhautschicht z.B. bei Allergien, LeakyGut, chron. Entzündliche Darmerkrankungen.
Wie wird eine Sibo behandelt?
Hier wird einen spezifische Darmtherapie durchgeführt in Kombination mit einem Ernährungsplan (FODMAP-arme Ernährung, fermentierte Produkte …) und einer antientzündlichen Behandlung.
Sicher ist, dass die Behandlung einer Sibo oft eine längere Zeit in Anspruch nimmt und auch längerfristig mit Einschränkungen in der Ernährung möglich sind. Aber es im Laufe der Therapie versteht der Patient die Zeichen seines Körpers und lernt entsprechend darauf zu reagieren. Und mit ein paar „Helferlein“ ist das prima machbar. Sprich mich an!
(Quelle: Vortrag von Daniel Petrak, im Rahmen einer Fortbildung bei der Fa. Laves)